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  • hannibie

Fernsehen mit (und ohne) dem Teenager

Manchmal habe ich -wie jeder echte Österreicher- sanft masochistische Tendenzen und gestern war es mal wieder soweit und ich habe mir doch tatsächlich gleich mehrere der Virus-Sondersendungen angesehen.


Den Teenager hab‘ ich erst dazu gerufen, als ein aktuelles Statement anfiel. Schließlich ging es unter anderem um die Frage, ob die Schulen geschlossen werden.


Aber welche Enttäuschung für den Teenager, als gleich zu Beginn gesagt wurde, dass das jetzt noch nicht ansteht. Und das, obwohl er mir zuvor erzählt hatte, dass seine asiatischen Mitschüler zur Zeit sehr viel Platz in den Öffis hätten, weil ihnen die Leute doch tatsächlich ausweichen würden.


„Ich schalte jetzt auf Big Bang Theory um, OK?“, war daher die Ansage, nachdem klar war, dass er am nächsten Tag ganz normal aufstehen und in die Schule wird gehen müssen.

Ich war einverstanden, denn in Wahrheit kann ich meine oben erwähnten Tendenzen sowieso besser bei Politiksendungen ausleben.


Dabei schütze ich mich auch, man muss ja schließlich auf sich aufpassen, wenn man so draufgängerisch lebt. Für meinen Blutdruck sind die Nachrichten oder wie letzten Sonntag die Pressestunde mit KKK (Kinderkanzler Kurz) nämlich gar nicht so ungefährlich. Ich habe sogar besagte Pressestunde nur unbeschadet überstanden, weil ich mich in meine beschützende links-linke Twitter-Blase zurückgezogen habe und so das Gefühl hatte, dass wir Österreicher ja wirklich „so nicht sind.“


Sonntag abends habe ich dann sogar darauf verzichtet, mir „Im Zentrum“ mit Pferdefan Herbert K. anzusehen. Ich habe mich also noch nicht komplett aufgegeben, trotz teilweise missbräuchlichen Konsums von ORF Sendungen. Gut.


Hoffentlich kann ich bald wieder mit dem Teenager Vokabel lernen, dann höre ich wenigstens gute Musik statt mir den Stimmbruch-verzerrten Auswurf von KKK und Co anzutun.


Und im Übrigen bin ich der Meinung: es kommt anders, wenn man denkt!

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